Lissabon
In meiner dritten Arbeitswoche wurde ich an die VMware EMPOWER Partner Conference nach Lissabon geschickt.
Dieser Beitrag ist von 2019. Er bleibt online, weil er nach wie vor nachgefragt wird, beschreibt aber einen Produktstand von damals.
In meiner dritten Arbeitswoche wurde ich an die VMware EMPOWER Partner Conference nach Lissabon geschickt.
Mit mir gingen drei technische Kolleginnen und Kollegen und ein paar Leute aus dem Vertrieb, was einiges über unser Engagement für VMware sagt.
Tag 0: Ankunft in Portugal
Wir kamen am Sonntag einen Tag früher an und wohnten im Hotel, das dem Veranstaltungsort am nächsten liegt. Das Hotel selbst ist ganz nett, hat aber leider keine Einrichtungen wie ein Fitnessraum. Nach der Ankunft am Sonntagabend haben wir die Umgebung erkundet und einen schönen Ort gefunden: die LX Factory.
Das ist ein abgeschlossenes Areal mit lokalen Pop-up-Läden und Restaurants, mit vielen Dingen, die gut aussehen, und einigem Kunsthandwerk. Wir landeten in einem kleinen Restaurant für einen Happen. Der Ort war schön eingerichtet und hatte ein paar lustige Sprüche auf der Karte:
A meal without wine is breakfast
oder
Okay, I think this will make sense if I get more wine
Am Ende gab es sehr gutes Essen und einen schönen Abend.
Danach haben wir eine Sportsbar gesucht, um das Spiel der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gegen Russland zu schauen. Die Schweiz verlor leider 3:0, aber die Stimmung in der lokalen Sportsbar war trotzdem interessant.
Nach dem Spiel trennte sich unsere Gruppe. Während einige zurück ins Hotel gingen, haben zwei Kollegen und ich die Stadt weiter erkundet und uns zum Abschluss noch etwas bei Burger King geholt.
Tag 1: Die Konferenz startet
Am Montag ging die Konferenz offiziell los. Ähnlich wie an einer VMworld bekommen die Teilnehmenden vorher Zugang zu einem Session Builder und wählen ihre Sessions nach Interesse. Meine erste begann um 13 Uhr.
So, you think you want to be a VCDX? What it really takes
Diese EMPOWER war die erste VMware Veranstaltung mit Sessions von Partnern. Wegen meines Interesses am VCDX habe ich mich für die Session mit diesem Titel angemeldet.
Es sprachen vier amtierende VCDX:
- Satvinder Lall, VCDX #157 (NV Track)
- Yves Sandfort, VCDX #203 (CMA Track)
- Marco van Baggum, VCDX #223 (DCV Track)
- Johan van Amersfoort, VCDX #238 (DTM Track)
Alle vier aktuellen Tracks waren also vertreten. Die Session war sehr interessant. Yves Sandfort moderierte und sprach über das VCDX-Programm und den Einstieg. Die anderen ergänzten, wo sie konnten, teilten ihre Erfahrungen und gaben Tipps.
Die Kernbotschaft für den Einstieg: Lies den Blueprint.
Wenn du den Blueprint nicht liest, hast du keine Ahnung, was verlangt wird.
Hier meine weiteren Notizen aus der Session, ohne bestimmte Reihenfolge:
- Der VCDX ist keine technische Zertifizierung. Er prüft deine Design- und Architekturfähigkeiten
- Du musst die VMware Produkte nicht bis auf die Advanced Settings kennen. Ein Verständnis der Technologie reicht
- «Muss ich einen vRealize Orchestrator Workflow bauen können?»
- «Nein, aber du solltest die architektonischen Komponenten so beschreiben können, dass jemand anders sie bauen kann»
- Du musst die Auswirkungen deiner Entscheidungen verstehen. Zum Beispiel: Was ändert sich an meinem Design, wenn ich Storage-Hersteller A statt B nehme?
- In der Verteidigung zieht «dieses Design ist nicht von mir» nicht. Du musst alles wissen und jeden Teil des Designs verteidigen können
- Ein VCDX ist im Grunde eine Jobgarantie
- Ein Design beginnt immer mit Anforderungen und Einschränkungen
- Sprich immer mit dem Business
- Alles und jeder hat ein SLA. Wenn jemand sagt, es gebe keines:
- «Gut, dann fahren wir dein Rechenzentrum herunter und lassen es sechs Monate aus. Kein Problem, oder?»
- Künftig soll es Vorteile für VMware Partner geben, die VCDX im Team haben. Derzeit gibt es keine
Alles in allem eine interessante und unterhaltsame Session, die neue Motivation geweckt hat, diese Zertifizierung bald anzugehen. Ich hatte damit angefangen und aufgehört, weil mein Design damals nicht taugte.
VCDX War Stories and Open Q&A
Diese Session lief direkt danach mit denselben Sprechern. Sie fühlte sich anders an, weil hier Mythen rund um den VCDX vorgestellt wurden und die Sprecher ihre Erfahrungen vor und nach dem VCDX teilten.
Aus dieser Session habe ich weniger mitgenommen als aus der ersten, aber hier meine Notizen:
Das schwierigste Design oder Szenario, dem sie begegnet sind:
- Cisco ACI und VMware NSX zum Zusammenspiel zu bringen
- Physikalisch unmögliche Aufgaben, etwa VMs mit einer höheren RAM-Änderungsrate zu vMotionen, als die Netzwerkbandbreite hergibt
- 100 % Uptime
Sie erwähnten, dass du in der Verteidigung umso eher scheiterst, je komplexer dein Design ist. Das leuchtet ein: Mehr Komplexität heisst mehr «Was wäre wenn»-Fragen. Ein Rat lautete also: Halte dein Design so einfach wie möglich, ohne die Anforderungen zu verfehlen.
Irgendwann habe ich in dieser Session eine Frage gestellt:
«Ab wann im Prozess sollte man sich einen Mentor suchen?»
Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Yves sagte, wenn das Designdokument zu etwa 60, 70 oder 80 % steht. Johan sagte, er habe zu lange gewartet, und man solle so früh wie möglich einen suchen.
VCAP-DCV Exam Tips
Diese Session war nicht besonders gut. Ich lege am Donnerstag die VCAP-DCV 6.5 Deploy Prüfung ab und dachte, ein paar Tipps könnten helfen. Über die Inhalte der Prüfung durften sie natürlich nicht sprechen, also ging es um allgemeine Tipps rund um das HOL-Interface und darum, Dinge in den mitgelieferten PDFs zu finden.
Hier meine Notizen, irgendwann habe ich aufgehört mitzuschreiben:
- Die Dokumentation liegt als PDF vor
- Es sind etwa 20 verschiedene PDFs
- Kenn dich mit dem HOL-Interface (Hands-on Labs) aus
- Lern alle Kniffe, um möglichst viel Bildschirmfläche zu gewinnen
- Am besten lernst du durch Versuch und Irrtum, notfalls trittst du noch einmal an
- Nutz den mitgelieferten Notizblock und Marker
- Führ eine Checkliste, um die Zeit im Blick zu behalten
- Die Prüfung hat 17 Aufgaben: 205 Minuten, also 12 Minuten pro Aufgabe
- Die Zeit läuft sehr schnell
- Mach zuerst die Aufgaben, die du kennst
- Versuch, das Lab nicht kaputtzumachen
- Manche Aufgaben sind Voraussetzung für andere
- Lies den Blueprint
- Meld es, wenn die Umgebung hängt
- Sieh deine Arbeit noch einmal durch, wenn die Zeit reicht
General Session, Tag 1
Am Ende des ersten Tages stand die General Session. Sie begann ausgesprochen schlecht, mit einem Sprecher von VMware mit starkem französischem Akzent. Schwer zu verstehen und schwer, sich daran zu gewöhnen.
Die Session war sehr lang. Es ging um den Start eines neuen Partnerprogramms 2020 und alles, was die Partner davon haben.
Danach sprach jemand anders von VMware über die Innovationen der letzten Jahrzehnte in der VMware Technologie und darüber, wie Innovation auf einer Ebene die Komplexität der nächsten senkt.
Ich muss zugeben, dass ich irgendwann den Faden verloren habe. Wir sind nach etwa einer Stunde gegangen, und sie lief ohne uns noch eine halbe Stunde weiter.
Tag 2: Mehr Sessions und eine Erwähnung in der General Session
Am zweiten Tag war mein Programm entspannt. Meine erste Session begann um 11:45 Uhr, ich hatte also genug Zeit fürs Frühstück und für etwas Vorbereitung auf die VCAP-DCV Deploy Prüfung am Donnerstag.
SDDC for Cloud Management
Meine erste Session an Tag zwei. Leider waren die Sprecher aus dem Marketing. Sie kannten die technische Seite von VMware Cloud Foundation nicht wirklich, jemand aus dem Publikum musste ihnen sagen, dass das Produkt eine Integration in HPE OneView hat. Marketingwissen zu diesem Thema brachte mir nichts, also bin ich früh gegangen und habe an diesem Blogpost gearbeitet.
Portugiesisches Mittagessen
Wir haben uns mit einem Kollegen aus einer anderen Firma in der Schweiz getroffen und sind zum Mittagessen nach draussen gegangen. Wir landeten in einem portugiesischen Restaurant und haben sehr gut gegessen. Die Mentalität der Bedienung war allerdings entspannt, weshalb wir alle unsere Session danach verpasst haben. Bei mir wäre es «Introduction to PKS» gewesen, aber dieses Wissen hole ich mir wohl in der Multi-Cloud Experience Platform (MEP).
Cloud Automation – The Road to Multi-Cloud
Auf diese Session an Tag zwei habe ich mich am meisten gefreut. Es geht um die Cloud-Automatisierungsplattform, an der VMware intensiv arbeitet, und das passt gut zu der Multi-Cloud Experience Platform (MEP), die wir bauen.
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General Session, Tag 2
Die zweite General Session lief am Ende des Tages. Ehrlich gesagt habe ich nicht alles mitbekommen, ich habe auf dem Tablet an diesem Blogpost gearbeitet.
Wir machen tatsächlich viel Arbeit für VMware als Teil der PSO (Professional Services Organization).
EMPOWER Party in der LX Village
Nach der General Session war Feiern angesagt. VMware hat einen sehr schönen Ort organisiert, um die rund 1700 angereisten Partner unterzubringen. Es gab eine gute Auswahl an Snacks und ein paar Retro-Spiele für einen freundschaftlichen Wettkampf. Wir haben uns mit Leuten von VMware Schweiz und Kolleginnen und Kollegen anderer Partner unterhalten und hatten einen richtig guten Abend.
Die Zeit lief schnell, und bald schloss der Ort, alle mussten gegen 23 Uhr raus. Wir waren nah am Hotel und sind zu Fuss zurück, wo wir in der Hotelbar landeten, die kurz darauf ebenfalls schloss. Bevor wir auf die Zimmer gingen, trafen wir noch ein paar sympathische Frauen von VMware, die hier in Lissabon im Prüfungszentrum arbeiten. Wir haben nett geplaudert und am Ende versprochen, jeder eine Prüfung vor Ort an der EMPOWER abzulegen, um ihre Zahlen zu heben.
Um halb eins war ich zurück im Zimmer.
Tag 3: Dichtes Programm und etwas Praxis
Der dritte Tag begann für mich vergleichsweise früh. Meine erste Session war um 08:30 Uhr, und davor musste noch Frühstück rein. Ein Kollege hatte dieselbe Session gebucht, also sind wir zusammen hin.
VCDX Session: Best Practices in Multi-Cloud Automation
Die erste Session leitete ein VCDX [ENTER VCDX INFO HERE], der sie mit den Worten eröffnete: «Schön, dass mehr als eine Person da ist, das macht das Vortragen nach der Party gestern Abend deutlich angenehmer.» Der Raum war etwa zu einem Drittel voll.
Er sprach über die VCDX-Art, mit einem Kunden zu sprechen.
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Automating NSX-T and PKS for N00bs
So hiess unsere zweite Session an diesem Tag. Es stellte sich heraus, dass keiner von uns die Beschreibung gelesen hatte. Es ging um ein Werkzeug namens «Concourse», mit dem sich NSX-T- und PKS-Komponenten automatisch ausrollen lassen und das selbst eine Container-Anwendung ist.
Weil keiner von uns das Produkt kannte, haben wir aus dieser Session nicht viel mitgenommen.
Die VCAP-DCV 6.5 Design Prüfung und eine 300
Nach der «N00bs»-Session haben wir unser Versprechen vom Vorabend eingelöst und sind ins Prüfungszentrum. Ich habe mich für die «VMware Advanced Professional Data Center Virtualization 6.5 Design» Prüfung angemeldet und sie ohne jede Vorbereitung sofort abgelegt. Ursprünglich wollten wir in Lissabon die Deploy-Prüfung machen, aber weil die auf Labs beruht, hätten wir zu einem der zertifizierten Prüfungszentren in Lissabon fahren müssen, das nächste etwa 30 Minuten vom EMPOWER-Gelände entfernt. Die Prüfung hat sich seit meinem letzten Antritt geändert, das rudimentäre Visio-artige Werkzeug, mit dem viele Mühe hatten, ist weg. Jetzt ist es praktisch durchgehend Multiple Choice.
Nachdem ich alle Fragen in rund 40 Minuten beantwortet hatte, blieb eine kleine Liste von Fragen, die ich zur Durchsicht markiert hatte. Nachdem ich die erste noch einmal gelesen und immer noch keine bessere Antwort gewusst hatte, habe ich die Prüfung einfach abgeschlossen.
Mein Ergebnis war eine «perfekte» 300. Falls du es nicht weisst: 300 ist die Mindestpunktzahl zum Bestehen. Mit 299 Punkten wäre ich durchgefallen, mit 300 habe ich bestanden.
Ich war also recht froh, bestanden zu haben, auch wenn es sehr knapp war.
vSAN 6.7 Challenge Lab
Die nächste Session war ein vSAN Challenge Lab. Alle mussten ihr eigenes Notebook mitbringen, auf https://labs.hol.vmware.com gehen und dort das Challenge Lab 1908 für vSAN suchen.
Der Sprecher kannte sein vSAN wirklich und erzählte viele Details dazu, welche Konfigurationen Sinn ergeben und welche nicht.
Viel gelernt habe ich nicht, aber die Stimmung im Raum war gut.
HCI Assessment (LiveOptics) Technical Deep Dive
Die nächste und letzte Session des Tages drehte sich um das HCI-Assessment-Werkzeug Live Optics.
[CONTENT FROM SESSION]