Bau dir dein Homelab – Teil 1
In dieser Serie nehme ich dich mit auf den Bau meines eigenen nested NSX- und Tanzu-Homelabs. Wie bei einem verschachtelten Aufbau zu erwarten, lief nicht alles glatt.
In dieser Serie nehme ich dich mit auf den Bau meines eigenen nested NSX- und Tanzu-Homelabs. Wie bei einem verschachtelten Aufbau zu erwarten, gab es unterwegs einige Probleme. Ich dokumentiere meine Schritte, vielleicht hilft es jemandem, der Ähnliches vorhat.
1. Ausgangslage
Ein paar Homelab-Komponenten hatte ich schon, überwiegend klein und stromsparend. Weil ich in einer Wohnung lebe und weder Keller noch Serverraum für ein volles Rack habe, steht mein Homelab im Wohnzimmer. Wie du dir denken kannst, hätten weder ich noch meine Partnerin Freude an einem grossen, lauten Serverrack im Wohnraum.
Deshalb musste ich der Versuchung widerstehen, gebrauchte Enterprise-Hardware zu kaufen. Die gibt es oft günstig und mit ordentlich Rechenleistung, ist aber laut und stromhungrig. Stattdessen habe ich zwei HPE ProLiant MicroServer Gen10 mit je 64 GB RAM genommen, dazu ein NAS für den gemeinsamen Speicher und ein paar Netzwerkkomponenten. Für mein grundlegendes Infrastruktur-Lab mit vSphere und AD reichte das gut, für ernsthafte NSX-Workloads fehlte die Leistung.

Es brauchte also etwas Kräftigeres.
2. Hardware
Dasselbe Problem noch einmal: Ich brauchte Hardware, die das Budget nicht sprengt, aber genug Ressourcen für NSX und Tanzu hat. Alte Enterprise-Server fielen wegen Wärme und Lärm weg. Leise Server mit wenig Stromverbrauch wären eine Option gewesen, aber teuer, und für meinen Bedarf hätte ich ein Cluster davon gebraucht. Ein SuperMicro SuperServer E300-9D-8CN8TP zum Beispiel ist ein grossartiger Server, kostet aber fast 2000 CHF ohne RAM pro Stück, und damit nicht die günstigste Lösung.
Bei einem nested Homelab nimmst du in Kauf, dass es keine echte Hochverfügbarkeit gibt und dass verschachtelte Hypervisoren Leistung kosten. Für eine Lab-Umgebung schien mir das vertretbar. Dazu kommt: Solche Komponenten passen in ein normales Desktop-Gehäuse oder ein 4U-Servergehäuse, und mit langsam drehenden Lüftern wird daraus ein starker und leiser Server. Genau das habe ich gemacht, und am Ende sah es so aus:
Komponenten:
- SuperMicro H11SSL-i SP3 Mainboard
- AMD Epyc 7551P mit 32 Cores und 64 Threads
- 256 GB RDIMM DDR4 2133 RAM
- Seasonic PX-550 550W ATX Netzteil
- Noctua NF-F12 120 mm Lüfter, einblasend
- 2x Noctua NF-A8 80 mm Lüfter, ausblasend
- Noctua NH-U9 TR4-SP3 CPU-Kühler
- Intertech IPC 4U-4088-S 4U Servergehäuse
- diverse SSDs für Boot und Storage
Das kostete mich weniger als die Hälfte eines einzelnen SuperMicro E300. Ein aus meiner Sicht guter Handel.
Mit der Hardware am Platz ging es an den nächsten Schritt: alle nötigen Infrastrukturkomponenten installieren. Um möglichst nah an der Realität zu bleiben, wollte ich einen Aufbau mit drei Nodes, wobei vCenter, DNS, AD und weitere nötige Komponenten direkt auf dem Host laufen. Danach kommen drei nested ESXi VMs mit je 8 Cores und 64 GB RAM. Theoretisch verteilt das die Ressourcen ausgewogen zwischen Host und nested ESXi. Ob es auch praktisch funktioniert, steht im nächsten Teil.